Führung mit Bäppi durch die neue Frankfurter Altstadt

27 Burgholzhäuser LandFrauen, teils mit ihren Männern, ließen es sich nicht nehmen, ihre gebuchte Führung durch die neue Altstadt durchzuziehen – trotz der widrigen Wettervorhersagen.

Am Platz vor der Paulskirche kam uns Bäppi entgegen – unübersehbar!

Bäppi La Belle führt durch die Frankfurter Altstadt

Das Show-Talent Thomas Bäppler-Wolf alias Bäppi, nahm uns mit auf eine amüsante Zeitreise durch die wiederaufgebaute Frankfurter Altstadt, die sich zwischen dem Römer und dem Frankfurter Dom teils auf der Fläche des abgerissenen ehemaligen technischen Rathauses befindet. Angefangen in Frankfurts guter STUB, dem Römerberg, auf dem riesige Veranstaltungen stattfinden und früher zahlreiche Feierlichkeiten von den Kaiserkrönungen bis hin zu den ersten Frankfurter Messen stattfanden.


„Die Altstadt muss wieder neu aufgebaut werden“ – welch ein Kampf zwischen den politischen Parteien: Stimmen wurden laut wie „wir müssen modern bauen, was soll der alte Kram“, „wir brauchen Kindergärten und Sozialwohnungen.“ Zwischen 2012 und 2018 wurde tatsächlich die neue Altstadt zwischen Dom und Römer für rund Euro 200 Millionen mit ihren meist aus dem Mittelalter und der Renaissance stammenden Gebäuden wieder rekonstruiert. Lässiger Kommentar von Bäppi: „das war billiger als 5 neue Stürmer für Bayern München“

In seiner humorvollen Art zeigte uns Bäppi mit viel Hintergrundwissen die historischen Gebäude und Häuserzeilen an Hand alter Fotos – aus der Geschichte, nach der Zerstörung im Krieg und – nach dem Wiederaufbau.

Er erklärte, schon immer sei der Baugrund teuer gewesen, deshalb die viel gesehene Bauweise: Unten schmal und nach oben hin immer breiter werdend: „Der kluge Mann baut vor“ – eine alte Lebensweisheit, die hier ihren Ursprung hat.

Wir bestaunten die wieder errichteten Gebäude auf dem alten Krönungsweg, dem Hühnerberg mit dem Stoltze-Denkmal (wo viele chinesische Touristen mit Begeisterung ausrufen „Schau mal der Karl Marx!“), in der Braubachstraße (benannt nach einem kleinen Flüsschen, einem Nebenarm des Mains) sowie das Metzgerviertel.

Goethe’s lebenslustige Tante wohnte einst hier.

Demnächst zieht das Struwwelpeter-Museum in dieses Gebäude ein. Hinter den vermeintlich alten Gemäuern entstanden auch Wohnungen, selbstverständlich nach neuesten Bauvorschriften. Am meisten bewunderten wir die Rekonstruktion des Hauses „zur Goldenen Waage“, das ursprünglich einem reichen Kaufmann aus Belgien gehörte. Die von Rosen umrankten original schmiedeeisernen Fensterfronten z. B. wurden in einem Privatgarten wiederentdeckt und schmücken jetzt wieder das historisch rekonstruierte Gebäude an dem Platz, wo sie hingehören.

Haus „Zur Goldenen Waage“

In dieses Haus zieht demnächst das Stoltze-Museum ein. Friedrich Stoltze, der bekannteste Frankfurter Mundartdichter mit seinem Ausspruch: „Un es will mer net in mei Kopp enei, wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei“. Die neue Altstadt: „Der schönste und nutzloseste Ort Frankfurts“ Nicht immer zählen nur Zahlen. Heute ist Frankfurt nicht nur international bekannt für seine über 400 Banken und Hochhäuser, sondern gerade für seinen Kontrast zur Geschichte mit der neuen Altstadt (sie wurde im Übrigen kürzlich international ausgezeichnet). Und wir alle waren uns einig: Es war eine wunderbare, kurzweilige Führung. Danke Bäppi!

Bericht und Fotos: Doris Steingrube, Sabine Olschewski, Wilma Jochem